Internationales Forschungsprojekt: »Digital Relationships«




Die zunehmend digitalisierte Welt, in der wir leben und in der sich unsere Kinder als "Digital Natives" bewegen, stellt Eltern, aber auch die Gesellschaft als Ganzes vor immer neue Herausforderungen. In den letzten Jahren hat es eine rasante technologische Entwicklung gegeben, die dazu geführt hat, dass ein großer Teil des sozialen Lebens vieler Menschen online stattfindet.

In diesem Projekt will ein Konsortium von Organisationen aus Deutschland, Bulgarien, Belgien, Polen und Spanien herausfinden, wie sehr und in welcher Form digitale Beziehungen in europäischen Familien gelebt werden und wie sich dies auf sie auswirkt. Zu diesem Zweck hat jeder Partner in seinem Land mit mindestens 5 Familien (traditionelle, Regenbogenfamilien oder Alleinerziehende) teilstandardisierte Interviews geführt und ausgewertet. Die Fragen für die Interviews wurden von den Projektpartnern ausgearbeitet. Sie bieten einen Rahmen für die Datenerhebung und -analyse, aber es war auch möglich, neue Fragen und Themen aus der Interviewsituation einzubeziehen.

Insgesamt führte das Konsortium Interviews mit 23 Frauen und 15 Männern im Alter zwischen 15 und 64 Jahren durch.

Themen, die aus allen Interviews gezogen werden konnten, waren

- ein Leben ohne Social Media ist zwar möglich, aber im Großen und Ganzen nicht wünschenswert

- Familien in ganz Europa nutzen digitale Kommunikation zur Kontaktpflege und zur täglichen Organisation des Familienlebens

- echte Kommunikation ist im Allgemeinen vorzuziehen, aber es gibt auch Situationen, in denen Familien digitale Kommunikation bevorzugen, z.B. als emotionaler "Filter" für Konflikte und romantische Themen

- Alle Befragten waren sich der Vor- und Nachteile der digitalen Kommunikation bewusst.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass Familien in allen teilnehmenden Ländern, wie angenommen, soziale Medien und Messenger für ihr tägliches Leben nutzen und daher ähnliche Probleme, Ängste, Hoffnungen und Nutzen haben. Besonders für Familien, die weit voneinander entfernt leben oder besondere Bedürfnisse haben, kann die Digitalisierung ein Segen sein. Die meisten der Befragten schätzen und bevorzugen den Kontakt im wirklichen Leben. Sie alle schätzen aber auch die Vorteile der digitalen Kommunikation.

Alle Eltern bemühen sich, einen gesunden Weg für ihre Kinder zu finden, die neuen Medien zu nutzen, und die meisten Kinder scheinen sich in der digitalen Welt sehr gut zurechtzufinden. Die Entwicklung der Kommunikation als Folge der Digitalisierung lässt sich bei emotionalen Themen deutlich erkennen. Möglicherweise gibt es neue Formen des Umgangs mit Konflikten und auch mit positiven Emotionen, deren weitere Entwicklung interessant zu beobachten sein wird. So war es zum Beispiel sehr faszinierend, Eltern in verschiedenen Ländern zu finden, die Textnachrichten benutzen, um nach einem Streit wieder mit ihren Teenager-Kindern in Kontakt zu kommen.

Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass Eltern in Europa, wie zunächst angenommen, in ihren Herausforderungen im Familienalltag ähnlich sind. Dies kann den Gemeinschaftssinn fördern, so dass sich europäische Eltern mit ihren Problemen nicht mehr allein fühlen.

Die ausführliche Version unserer Interviewergebnisse finden Sie hier.








The Project “Digital Relationships”

The increasingly digitalized world in which we live and in which our children move as "digital natives" presents parents, but also society as a whole, with ever new challenges. In recent years there has been rapid technological development, which has led to a large part of the social life of many people taking place online.

In this project, a consortium of organizations from Germany, Bulgaria, Belgium, Poland and Spain are aiming to find out how much and in what form digital relationships are lived in European families and how this affects them. To this end, each partner in his or her country conducted and evaluated partially standardized conversations with at least 5 families (traditional, rainbow families or single parents). The questions for the interviews were worked out by the project partners. They provide a framework for data collection and analysis, but it was also possible to include new questions and topics from the interview situation.

Altogether, the consortium conducted interviews with 23 women and 15 men, aged between 15 and 64.

Topics that could be drawn from all interviews were:

- life without social media may be possible, but overall not desirable

- families all over Europe use digital communication for keeping in contact and for the daily organization of family life

- real communication is generally preferable, but there are also situations where families prefer digital communication, e.g. as an emotional “filter” for conflicts and romantic issues

- all interviewees were aware of the advantages and disadvantages of digital communication.

In summary, as assumed, families in all participating countries are using social media and messenger for their everyday life, and therefore share similar problems, fears, hopes and benefits. Especially for families who are living far apart or have special needs, digitalization can be a blessing. Most of the interviewees appreciate and prefer real life contact. But all of them also appreciate the advantages of digital communication.

All parents struggle to find a healthy way for their children to use the new media, and most of the kids seem to be finding their way in the digital world very well. The development of communication as a result of digitalization can be clearly seen when it comes to emotional topics. It is possible that there are new ways of dealing with conflicts and also positive emotions, the further development of which will be interesting to observe. For example, it was very fascinating to find parents in different countries using text messages to get back in contact with their teenage kids.

The results suggest that, as initially assumed, parents in Europe are similar in their challenges in everyday family life. At best, this can foster a sense of community, so that European parents no longer feel alone with their problems.

You can find the full version of the summary here.





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